LustgARTen - Ort der Begegnung
Bericht: Projekt LustgARTen – Ort der Begegnung
Projektwerkstatt KUBUS³ e.V., Haslacherstr.43, Freiburg
Beteiligte Schulen:
- Friedrich Weinbrenner Gewerbeschule( 9 Schüler, BK)
- Gertrud Luckner Gewerbeschule( 4 Schüler BK, BKFM)
- Edith Stein Schule(7 Schüler BKS,BVJ)
- Max Weber Schule (15 Schüler BK,BKFR,BFW,WGE)
Beteiligte LehrerInnen:
- Friedrich Weinbrenner Gewerbeschule > Frau Strohmenger
- Gertrud Luckner Gewerbeschule > Frau Schorn
- Edith Stein Schule > Herr Wilker
- Max Weber Schule > Frau Sciarabba
Beteiligte KünstlerInnen:
Projekt Skulpturen: Wolfgang Ludewig, Andi Wernet > Bildhauer
Projekt Text und Darstellung: Ingeborg Waldherr > Regisseurin
Projekt Musik und Rhythmus: Peter Graef > Musiker
Pädagogische Begleitung:
Gesamtleitung, seitens KUBUS³ e.V. > Frau Sinn (Dipl. Päd.)
Zeitrahmen /Stundenvolumen:
Vorgespräche ab Februar 2010
Erstes Treffen aller Schüler Dezember 2010
Projekt Skulpturen Januar – Mai 2011, 15 x wöchentlich 3 Stunden
Projekt Text und Darstellung kompakt vom 21.3.-18.4.11 täglich Mo-Fr 3 Std
+ 2 Gesamtproben je 3 Stunden +Aufführung
Projekt Musik und Rhythmus kompakt vom 4.4.-19.4.11 täglich Mo-Fr 3 Std
+ 2 Gesamtproben je 3 Stunden +Aufführung
Projektidee
Gärten und Parkanlagen sind Orte der Begegnung, des Austauschs und des Kennenlernen. An einem außerschulischen, aber dennoch nahen und zentralen Ort können Kontakte und Netzwerke verschiedener beruflicher Schulen durch gemeinsames künstlerisches Schaffen entstehen.
Infrastrukturen können gemeinsam genutzt und nachhaltige schulische Vernetzungen geschaffen werden.
LUSTGARTEN ist ein Kunstprojekt zum Thema Garten als Ort der Begegnung. Schülerinnen und Schüler der umliegenden, beruflichen Schulen können frei wählen ob sie sich bildhauerisch, skulpturell als auch musikalisch oder darstellerisch mit dem Thema auseinander setzen.
Die Ergebnisse aller drei Projekte fließen dann in einer Gesamtpräsentation im Eschholzpark zusammen. Das Projekt LustgARTen stellt eine Verknüpfung her zwischen den von der Steuerungsgruppe vorgelegten Schwerpunkten: berufliche Orientierung sowie Schule und kulturelle Bildung und strebt folgende Zielsetzungen an:
- Förderung von Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, Sozialkompetenz/Selbstständigkeit; Identifikation mit der Schule/Schulumgebung/Nachbarschulen
- Förderung personaler, sozialer und fachlicher Kompetenzen
- Training von Ausdruck und Kommunikation
- Vertiefung kognitiver wie handwerklich-künstlerischer Fähigkeiten und Fertigkeiten
- Förderung von Organisationsfähigkeit und Selbstmanagement, da die gesamte Vorbereitung neben dem schulischen Anforderungen stattfindet und klarer Absprachen im Team bedarf
- Erkennen eigener bislang vielleicht verborgener Stärken und Talente
- Gegenseitige Annahme, Schutz des Schwächeren und Toleranz
- Ein künstlerisches Produkt herzustellen und zu präsentieren
- Zugang zur Kunst durch eigenes Tun
Projektentwicklung
Ein gemeinsames Projekt mit allen vier beruflichen Schulen rund um den Eschholzpark konnte nur aufgrund nachhaltiger, positiver Erfahrungen aus den vorangegangenen Projekten mit den beteiligten Schulen und der Projektwerkstatt Kubus³ geplant werden.
Positive Erfahrungen seitens der Lehrerschaft in der Zusammenarbeit mit Kubus³ und die bereits resultierenden Rückbindungen an die Schulen konnten so vertieft und erneut vereinbart werden.
Projektbeschreibungen nach den jeweiligen Gruppen
Skulpturen
- Friedrich Weinbrenner Gewerbeschule( 4 Schüler, BK)
- Gertrud Luckner Gewerbeschule( 2 Schüler BKFM)
- Edith Stein Schule(2 Schüler BKS)
- Max Weber Schule ( 5 Schüler WGE)
Ziel: Eine gemeinsame Ausstellung am Ende des Projekts mit allen Gruppen
Im Vorfeld:
Beim ersten Treffen aller beteiligten Schüler im Dezember 2010 in Kubus³ fand sich die Skulpturengruppe mit den beiden Bildhauern in den Räumen ihrer zukünftigen Wirkungsstätte zusammen. Ein erstes Kennenlernen und Vorstellen aller Schüler und Bildhauer erfolgte, das Thema wurde kurz umrissen und andiskutiert, der Zeitrahmen besprochen. Bis zum Beginn der dann regelmäßigen Treffen Anfang Januar 2011 hatten die Schüler die Aufgabe sich Inspirationen zu dem Thema zu holen und offenen Auges durch den Eschholzpark zu gehen.
Im Verlauf:
Nachdem die Rahmenbedingungen erarbeitet wurden und die Schüler die Grundidee des Gesamtprojektes erfassten, ging es darum eigene kreative Ideen zum Thema zu finden. Nach anfänglichen Skizzen entwickelten den Schüler zusammen mit den Bildhauern konkretere Ideen der Umsetzung. Die Materialien wurden diskutiert und erste Formen wurden angelegt. Im weiteren Prozess arbeiteten die Jugendlichen teils in Gruppen als auch alleine an ihren Objekten. Sie wurden von den Künstlern unterstützt und im Schaffensprozess begleitet. Die Teilnehmer der anderen Gruppen besuchten die Skulpturengruppe um zu sehen wie sie die erarbeiteten Objekte möglicherweise in ihre Klang- oder Darstellungsperformance mit einbeziehen könnten.
Herausforderungen:
Die Arbeiten forderten die Schüler in vielfältiger Weise.
- Jede/r war herausgefordert eigene Ideen zu finden
- Jede/r musste Verantwortung übernehmen
- Jede/r hatte ein eigenes Pensum an Arbeit
- Jede/r hatte ein unterschiedliches Team
- Jede/r hatte ein klares Zeitbudget
- Die freiwillige Teilnahme am Projekt im Anschluss an einen langen Schultag
erforderte ein hohes Mass an Eigeninitiative und Disziplin
Immer wieder kam die Frage an die Künstler: Wie geht es weiter? Was soll ich tun? Immer wieder entstanden Durststrecken und Frustration, weil es nicht so wurde, wie man es sich vorgestellt hatte, aber auch Erfolge wenn man einen guten Schritt weiter gekommen war. Die Schüler lernten sich über die gemeinsame Arbeit kennen und tauschten sich häufig über ihre Fächer und Schulen aus.
Sich den Herausforderungen zu stellen, dran zu bleiben, mit der gegebenen Zeit und Raumumständen umzugehen waren die großen Aufgaben der Schüler.
Musik und Rhythmik
- Friedrich Weinbrenner Gewerbeschule( 5 Schüler BK)
- Gertrud Luckner Gewerbeschule( 0 Schüler)
- Edith Stein Schule(3 Schüler BKS)
- Max Weber Schule ( 2 Schüler BK)
Ziel: Eine gemeinsame Aufführung am Ende des Projekts mit allen Gruppen
Im Vorfeld:
Beim ersten Treffen aller beteiligten Schüler im Dezember 2010 in Kubus³ fand sich die Musikgruppe mit dem Musiker in ihrem zukünftigen Raum zusammen. Ein erstes Kennenlernen und Vorstellen aller Schüler erfolgte, und jede/r berichtete über seine Vorlieben bzw. Kenntnisse im Bereich Musik. Der Zeitrahmen wurde besprochen und stellte bereits zu diesem Zeitpunkt eine große Herausforderung dar.
Im Verlauf:
Die Rhythmikgruppe trommelte auf großen Plastikfässern und Kongas, später kamen Umhängesnare , Kazoos und Klangröhren dazu. Im Vordergrund stand bei den ersten Treffen das genaue Hinhören, das Zusammenspiel, miteinander im Gleichklang zu sein, leise und laut zu werden, Pausen zu halten und im groove zu sein. Kurze Rhythmussequenzen zu halten, Kontrapunkte zu setzen, Rhythmuswechsel und mehrere Rhythmen in der Gruppe zu spielen und trotzdem zusammen zu spielen waren die Herausforderungen. Welche Geräusche und Klänge assoziierten einen Lustgarten? Wie klingt ein Paradies? Wie kann ich diese Töne erzeugen? Diesen Fragen gingen die Schüler nach und entwickelten eine gemeinsame Improvisation zum Thema Lustgarten. Die Schüler lernten sich durch das gemeinsame Musizieren kennen, tauschten sich über ihre Fächer und Schulen aus und waren neugierig auf die Arbeiten in den anderen Gruppen.
Herausforderungen:
Die Rhythmikgruppe hatte das größte verbindende Element, den gemeinsamen Rhythmus. Bei dieser Arbeit waren Ausdauer, Kontinuität und Konzentration absolut notwendig. Sehr lustvoll ging es bei den Proben zu da mit den unterschiedlichsten Materialien Klänge gesucht und ausprobiert wurden. Allerdings jeden Tag 2 Wochen lang nach der Schule noch 2 Stunden zu trommeln stellte an die Schüler eine hohe Herausforderung dar. Hohe Disziplin und Eigeninitiative waren erforderlich um diese Zusage der Teilnahme einzuhalten.
Text und Darstellung
- Friedrich Weinbrenner Gewerbeschule( 1 Schüler)
- Gertrud Luckner Gewerbeschule( 1 Schüler BKF)
- Edith Stein Schule(2 Schüler BVJ)
- Max Weber Schule ( 8 Schüler WG,WEG,BFW)
Ziel: Eine gemeinsame Aufführung am Ende des Projekts mit allen Gruppen
Im Vorfeld:
Beim ersten Treffen aller beteiligten Schüler im Dezember 2010 in Kubus³ fand sich die Darstellergruppe mit der Regisseurin zusammen. Ein erstes Kennenlernen und Vorstellen aller Schüler erfolgte, das Thema wurde kurz umrissen und Spielorte bzw. Szenerien wurden andiskutiert, der Zeitrahmen besprochen. Bis zum Beginn der dann regelmäßigen Treffen Ende März 2011 hatten die Schüler die Aufgabe sich Szenen zu dem Thema zu überlegen und Texte die sie gerne spielen würden zu suchen bzw. zu schreiben.
Im Verlauf:
Die Idee einer gemeinsamen Performance mit Skulpturen und Musik war zuerst sehr befremdlich für die DarstellerInnen. Wie sollte das zusammen gehen? Die Skulpturen konnten bereits angeschaut werden doch lieferten sie keine Spielidee, als reine Staffage wollte man sie nicht benutzen. So konzentrierte man sich zuerst auf die Texte und die jeweiligen Rollenfiguren die es galt zu entwickeln. Eigene Texte wurden genauso berücksichtigt wie Ausschnitte aus Theaterstücken. Die Ensemblearbeit bestand darin einen gemeinsamen Ort zu etablieren an dem die verschiedensten Begegnungen passierten. Die Musikgruppe konnte einzelne Szenen atmosphärisch unterstützen. Die Skulpturen dienten als Bühnenbild einer Parklandschaft in der sich die Darsteller bewegten.
Herausforderungen:
Jeden Tag 2 Wochen lang nach der Schule noch 2 Stunden Theater zu spielen, forderte die Schüler sehr. Eine gemeinsame szenische Arbeit mit alle Beteiligten der Gruppe war nicht möglich da an jedem Tag jemand fehlte. Viel Zeit wurde mit Einzelproben und Rollenarbeit verbracht, was für manche Jugendliche eher anstrengend war. Die größte Herausforderung bestand aber neben der Ensembleleistung darin open air zu spielen und sprachlich, akustisch die Zuschauer zu erreichen. Dazu wurden weitere Proben im Eschholzpark notwendig.
Erst mit der Generalprobe, also kurz vor der Aufführung wurde den Schülern bewusst das es nun ernst wird und das es wichtig gewesen wäre mehr zu üben. Es folgten sehr intensive Endproben und die SchülerInnen erzählten im Anschluss an die Aufführung von dem „tollen Gefühl“ und den guten Rückmeldungen die sie vom Publikum erhalten haben.
Reflexion:
In den Reflexionsgesprächen mit den Lehrern wurde sehr deutlich wie wichtig im Vorfeld die Einstimmung der Schüler auf das bevorstehende Projekt ist und die klaren zeitlichen Rahmenbedingungen. Die Kompaktwochen wurden als zeitlich zu intensiv gesehen. Nach der Schule täglich in die Projektwerkstatt Kubus ³ zu gehen und im Anschluss auch noch auf Klausuren zu lernen wurde als Überforderung bewertet. Eine Entzerrung wäre im Folgeprojekt denkbar über kompakte Wochenendtermine in Kombination mit einem regelmäßigen wöchentlichen Termin.
Der Erfolg in allen 3 Projekten wurde ausdrücklich betont und die positive Resonanz der Schulleitung sowie der Elternschaft, als auch vom Allgemeinpublikum war beachtlich.
Einbindung der formulierten Ziele als nachhaltige Entwicklung in der Schule
Freiburg, den
Anhang:
Badische Zeitung vom 6.5.2011
Fotodokumentation
Videodokumentation
