Profil

Die Projektwerkstatt Kubus³ e.V.

Verein für Kunst, Bildung und Schule
Im Kulturpark Freiburg, Haslacherstraße 43

 

KUBUS³ Projektwerkstatt entwickelte sich aus einem Kooperationsmodell der Friedrich Weinbrenner Gewerbeschule und der Bildhauerwerkstatt Kunstflug im Jugendhilfswerk Freiburg e.V.
Seit dem Schuljahr 2000/2001 mit der Bewerbung „Rollercrash“ beim ersten Projekt X der Landesstiftung Baden Württemberg führen die Friedrich – Weinbrenner - Gewerbeschule und die Bildhauerwerkstatt Kunstflug im Jugendhilfswerk Freiburg e.V. bildhauerische Projekte mit Schülern im Berufsvorbereitungsjahr durch.
Im Schuljahr 2004/2005 wurde die bildhauerische Projektarbeit auf andere Schulen und Schularten ausgedehnt. Um für diese Erweiterung die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, entschlossen sich die Kooperationspartner, Kubus³, den Verein für Kunst, Bildung und Schule, zu gründen und eine eigens für Schulkooperationen genutzte Werkstatt anzumieten.
Der Verein Kubus³ wurde im Dezember 2005 im Amtsgerichtsregister Freiburg als gemeinnützig eingetragen.
Die Eröffnung der Projektwerkstatt Kubus³ fand am 27.07.2006 mit dem Minister für Kultus und Sport Baden - Württembergs Herrn Rau und der Bürgermeisterin für Schule und Sport der Stadt Freiburg, Frau Stuchlik, statt.
Mit der Gründung von KUBUS³ e.V. war die Intention verknüpft, die künstlerische Arbeit um die Sparten Musik, Tanz, Theater, neue Medien und Malerei zu erweitern.

 
 

Grundlagen künstlerischer Arbeit

 

„Kommunikation setzt mehr als das Beherrschen der rationalen Sprache voraus“ – unter dieser Überschrift fordern Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete in der aktuellen Bildungsdiskussion, dass „nichtrationale Kommunikationstechniken… (wie) ...bildnerische, musikalische, mimische, gestische tänzerische Ausdrucksformen als auszubildende Kommunikationstechniken einen wesentlich breiteren Raum einnehmen, als das heute üblich ist.“
(Zitat aus: Zukunft der Bildung, Hrsg.: N. Killius, J. Kluge u. L. Reisch Frankfurt 2002)
Nicht erst seit PISA ist deutlich, schulisches Lernen muss sich verändern und die Schulen als Institutionen benötigen für diese Veränderung die Unterstützung von kompetenten außerschulischen Partnern.
Künstlerisch – kulturelle Bildung erschließt neue persönliche Horizonte und unterstützt die Offenheit für den Aufbau notwendiger Kompetenzen zur Bearbeitung komplexer Aufgabenstellungen in der modernen Welt. Über das notwendige Grund- und Fachwissen hinaus bieten projektorientierte, künstlerische Arbeitsformen den Lernenden ein handhabbares Aktivitätsfeld, um eigenständige Lernprozesse zu gestalten.

 
 

Die Ausweitung der Aktivitäten von Kubus³

 

2007 Workshopraum für Theater- und Tanzprojekte
Nach der Eröffnung der Projektwerkstatt im Juli 2006 wurde im Jahr 2007 der erste Schritt hinsichtlich der intendierten Erweiterung um andere Kunstsparten jenseits der Bildhauerei verwirklicht. Der bis dato ausschließlich als Sozialraum genutzte Teil der Projektwerkstatt wurde durch den Einbau von Theatervorhängen und einer Beleuchtungsanlage zum Workshopraum für Theater- und Tanzprojekte für eine wechselnde Nutzung umgestaltet.
Tanz und Theaterschaffende kommen als Projektmitarbeiter/innen hinzu, sie erweitern und bereichern das Angebot von Kubus.

 
 

2008 Aufbau der Medienwerkstatt

 

Aus einem der Arbeitsschwerpunkte von Kubus³, der Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen am Übergang Schule und Beruf, entwickelte sich ein Projekt zur Förderung der Vermittlungsaktivitäten von Jugendlichen im Berufseinstiegsjahr, das seit September 2008 im Auftrag der Bundesagentur Freiburg ganzjährig betrieben wird. Die Anwendung und der kreative Umgang mit Neuen Medien erweitern die Kompetenzen der jungen Teilnehmer und steigern ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
Dieses Langzeitprojekt war der Ausgangspunkt für den Aufbau und den Betrieb der Medienwerkstatt, die seither eine Vielzahl weiterer Projekte in den Bereichen Foto, Video und Neue Medien möglich machte. Durch die neu hinzugekommenen Angebotsmöglichkeiten erweiterte sich der Künstlerkreis von Kubus um Foto- und Videokünstler.

 
 

2010 Öffnung des Werkhaus

 

Die mehrjährigen positiven Erfahrungen eines eintägigen bildhauerischen Angebotes für arbeitslose, alleinstehende Männer aus Freiburg-Haslach ermutigte uns, im Auftrag des Jobcenter der ARGE Freiburg ein Halbtagsangebot künstlerischer Arbeit für 14 Erwachsene im ALG II Bezug einzurichten. Seit Januar 2010 beschäftigen sich die Teilnehmenden an vier Tagen in der Woche mit künstlerischem Arbeiten im bildnerischen und medialen Bereich im unweit der Projektwerkstatt gelegenen Werkhaus.

 
 

2006 – 2010 Kontinuierlicher Zuwachs an Projekten

 

Im Zeitraum 2006-2010 wurden rund 50 Projekte mit Jugendlichen und Erwachsenen durchgeführt. Die Anzahl der durchgeführten Projekte und der damit verbundene Bekanntheitsgrad der pädagogischen Arbeit der Projektwerkstatt steigen pro Schuljahr stetig an.
Hatten wir im Schuljahr 06/07 noch sieben eigene Projekte plus zusätzlicher Veranstaltungen und in 07/08 acht Projekte, so stieg die Anzahl in 08/09 auf 11 und in 09/10 wurden bereits 20 Projekte veranstaltet. Im Schuljahr 10/11 sind es bisher 13 Projekte im 1. Halbjahr, die durchgeführt werden, weitere sind in Planung.
Der Anteil der Angebote für Mädchen erhöhte sich aufgrund der gezielten Förderung durch die Stiftungsverwaltung überproportional zum allgemeinen Anstieg der durchgeführten Projekte.
Die Projekte der letzten Jahre wurden gefördert von:
Landesstiftung Baden- Württemberg, Stiftung Kulturelle Jugendarbeit BW, Projekt X LSBW, Stadt Freiburg, Stiftungsverwaltung Freiburg, Bildungsregion Freiburg, Fonds Soziokultur, Landesjugendplan, Kiwanis Club Freiburg und Fa. Sick, Waldkirch. 2

 
 

Die mitarbeitenden Künstler und Künstlerinnen

 

Einhergehend mit dem Zuwachs an künstlerischen Arbeitsbereichen und Projekten wuchs auch der Pool der professionellen Künstlerinnen und Künstler, die mit uns bereits zusammen gearbeitet haben bzw. weiterhin arbeiten.
Die Zusammensetzung
Gemäß der Entstehung der Projektwerkstatt liegt der Schwerpunkt der Angebote auf skulpturellen und bildnerischen Projekten. In diesem Bereich können wir auf 13 bildende Künstler zurückgreifen. In der darstellenden Kunst sind es im Bereich Tanz 5 sowie 4 im Bereich Theater, in der Musik sind es 5 Percussionisten und in der Medienarbeit 3 Videokünstler. Der Anteil der weiblichen Künstler beträgt 25%.

 
 

Die cross-over Ausrichtung

 

Seit 08/09 bieten wir zunehmend spartenübergreifende Projekte an, Klang + Skulptur, Tanz + Video oder Skulpturen bespielt mit Texten und Musik.
In Planung ist aktuell ein performatives Projekt in den Bereichen Tanz, Theater, Video und Audio. Immer weniger lassen sich die Projekte und Künstler in die gängigen Sparten einteilen, dabei werden die Angebote an die Jugendlichen immer attraktiver und vielfältiger.

 
 

Die gendergerechte Entwicklung der Projektangebote

 

Bei Kubus hat sich mit der langjährigen Erfahrung bildhauerischer Projekte ein Angebotsbereich entwickelt, der häufig und bisweilen in überwiegender Zahl von Mädchen und jungen Frauen bevorzugt wird, wie wir immer wieder bei Projektvorhaben mit der Wahlmöglichkeit einer Kunstsparte feststellen können.
Neben der individuellen und freien Ideengestaltung besteht der Anreiz auch in der Herausforderung, sich im handwerklich-künstlerischen Tun auszuprobieren.
Im Unterschied zu den eher standardisierten Anforderungen rein handwerklicher Angebote scheint die Hemmschwelle, sich in eher männlich dominierte Bereiche zu wagen, bei künstlerischen Angeboten erheblich niedriger.
Mädchen und junge Frauen erleben diese Erfahrungen individuell sicher als persönlichen Zugewinn, objektiv betrachtet sind sie auch ein wichtiger Beitrag zur Verbreiterung der beruflichen Orientierung.
Inzwischen stehen im bildnerischen Bereich neben den männlichen Kollegen auch vier Künstlerinnen für die Projektbegleitung zur Verfügung.
Der oben beschriebene Ausbau des Angebotes an Projekten der darstellenden Künste Tanz, Theater, Performances hatte sowohl den Anstieg der ausschließlich mit Mädchen und jungen Frauen durchgeführten Projekte zur Folge und erhöhte gleichzeitig den Anteil der bei Kubus mitarbeitenden Künstlerinnen.
Eine vergleichbare Entwicklung versucht Kubus auch bezüglich der Projektangebote für Mädchen und junge Frauen im Bereich der Neuen Medien voranzubringen. Hier geht es neben dem vermehrten künstlerischen Einsatz auch darum, medienpädagogische Angebote zu gestalten, die den Umgang mit Neuen Medien einer offenen Auseinandersetzung hinsichtlich seines Nutzens und seiner Gefahren zugänglich machen.
Generell werden Projektangebote mit Teilnehmenden beiderlei Geschlechts in ihrer Anlage, thematisch und durchführungsbezogen, so strukturiert, dass sowohl Mädchen wie Jungen sich gleichermaßen angesprochen fühlen und gleichermaßen an dem künstlerischen Produktionsprozess unter Berücksichtigung von individuellen Unterschieden und Präferenzen beteiligt sein können. Für diese Angebote versucht Kubus den Einsatz eines gemischtgeschlechtlichen Künstlerteams zu verwirklichen.